„Die Neuigkeit, dass bis zu 80% aller Frauen, die die Wechseljahre durchmachen, gefährdet sind, reale neurologische Symptome entwickeln (und ein erhöhtes Risiko für psychische Symptome haben), macht […] deutlich, was auf dem Spiel steht.“ (Masconi, 2021), S. 105.
Als ich das las, war ich platt.
So recherchierte ich weiter und kann meine Ergebnisse wie folgt zusammenfassen:
Im Grunde beginnen die hormonellen Veränderungen im weiblichen Körper bereits ab Mitte 30 – nämlich dann, wenn so gut wie niemand schon an die Wechseljahre denkt oder denken möchte. Es treten mehr und häufiger sogenannte „anovulatorische Zyklen“ auf, das heißt Zyklen ohne „echten“ Eisprung. Für eine Frau im fortpflanzungsfähigen Alter sind diese Zyklen eine Besonderheit, eine Ausnahme (ungefähr nur einmal im Jahr kommen sie dann vor), jetzt aber, in der Prä- und Perimenopause treten anovulatorische Zyklen weitaus häufiger auf!
Die Follikelreifung ist unvollständig und die Eizelle wird nicht freigesetzt. Schwangerwerden geht also auch nicht… aber wichtig: Es kommen durchaus noch normale Zyklen mit Eisprung vor – daher sollte unbedingt noch verhütet werden!
Zurück zu der Sonderform, dem anovulatorischen Zyklus (also ohne Eisprung): Der Follikel produziert weniger Progesteron. Nun kommt es zu einer Dysbalance zwischen Progesteron und Östrogen (also jetzt relativ hoch konzentriert). Dies ist die häufig genannte „Östrogendominanz“. Dazu später mehr Details.
Aber auch die Konzentrationen des Östrogens sinken im Verlauf der Wechseljahre kontinuierlich und spürbar ab. Die Folgen sind eine ganze Reihe von möglichen Problemen.
Der Progesteronmangel macht sich also als erstes bemerkbar: Viele Frauen fühlen sich vor allem in Stresssituationen weniger belastbar, haben (Durch-)Schlafprobleme, nehmen eine latente Gereiztheit wahr, sind ängstlicher usw. Nicht selten kann es auch zu depressiven Verstimmungen kommen.
Ein „Vicious-Circle“ (ich liebe diesen Begriff), der Beginn eines Teufelskreises also, weil schlechter Schlaf in der Nacht zu mehr Erschöpfung und Gereiztheit am Tage führt, was wiederum durch Grübeln und innere Unruhe die Schlafqualität beeinträchtigen kann.
Auf der To-Be-Liste für starke Nerven – demnächst im Blog:
◘ Schlaf,
◘ Stimmungsschwankungen regulieren,
◘ Auszeiten am Tage schaffen,
◘ Angstsituationren analysieren und entschärfen…